sind seit meinem 6. Lebensjahr sind Pferde ein wichtiger Teil meines Lebens. In den meisten Fällen, so glaubte ich, war ich für sie da. In Wirklichkeit war es genau anders herum. Und als ich dies erkannte, entdeckte ich noch ganz andere Dinge, die ich bisher in Bezug auf Pferde, nicht einmal in Betracht gezogen hatte.

Jeder Pferdebegeisterte Mensch hat bestimmt schon einmal gehört: „Eine Seele von einem Pferd. Ganz ruhig und gelassen geht sie täglich im Schulbetrieb. Ich kann ihr auch sehr schwierige und ängstliche Anfänger anvertrauen. Ein tolles Pferd!“ , und meist wird noch ergänzt, „Es hat eine extra große Box, damit es sich nachts gut entspannen kann, nachdem es seinen Job gemacht hat und zur Ruhe kommen kann!“

Ok, denke ich dann immer und innerlich platze ich fast vor Wut und würde am liebsten gleich zu dem Pferd fahren, es da raus holen, alle Halfter, Longen und sonstiges Zeug vom Laib reißen und ihm sagen: „Sag mir was du willst, sprich mit mir!“

Ich weiß, dass ich nicht allen Pferden helfen kann ….aber versuchen kann ich es schon. Um mal zu beginnen, habe ich angefangen zu schreiben, mal mit ein paar Argumenten aufzuräumen, die man eben so immer hört und liest.

  1. Pferde brauchen einen Herdenverbänden

Pferde sind sehr soziale Tiere, die eine Gruppe von Gleichgesinnten brauchen, um ihr Überleben zu sichern und dabei geht es nicht um die Fortpflanzung, sondern um ihre Seele, ihrem Wohlfühlfaktor, ihrem Empfinden sich wohl zu fühlen, genau da sein zu wollen, wo es ist. Es geht um ihr Sicherheitsempfinden! Ein Pferd alleine ist völlig verloren. Pferde sind sehr kommunikativ, wenn man sie in ihren Herdenverbänden so beobachtet, wird man feststellen, dass sie wahre Dauerredner sind. Eine Weidegruppe ist auch schon eine Herde! Noch schöner und auch sehr viel lehrreicher, für uns interessierte Menschen, ist natürlich eine Herde in freier Wildbahn. Dülmener z.B. hier in Deutschland. Ihr Verhalten ist natürlich sehr viel klarer, als bei Pferde, die in Boxen gehalten und sie verhalten sich eben anders als Pferde, die weder den Naturgewalten des Wetters noch konstanter und gefestigter Herdenstruktur unterliegen.

2. Pferde brauchen ihr selbstbestimmtes Leben

Pferde müssen selbst bestimmen können, wann sie laufen, stehen, schlafen, fressen, kommunizieren, sich zurückziehen, Faxen machen wollen, die Herde unterhalten wollen, sich gegenseitig kraulen wollen, abschalten wollen, wälzen….ect…ect…ect.

Für Pferde in Gefangenschaft und das ist nun kein Markel oder ein Vorwurf, sollten man sich weiterführende Gedanken machen. Als Pferdebesitzer sollte man echt all die Gedanken, die uns Menschen in eine Komfortzone versetzen, aber nicht immer zum Wohle des Tieres sind, mal zu Ende denken. Ja ich fordere mit meinen Beiträgen dazu auf, aus unserem festgesetzten Strukturen herauszutreten und auch mal andere Ansätze zumindest zuzulassen. Bitte tut es…für Euer Pferd. Meine Beiträge zu lesen und im stillen Kämmerlein darüber nachzudenken schadet niemanden und bitte versteht es auch nicht als Angriff auf euch persönlich. Alles was ich will, ist das ihr meine Beiträge lest, nicht nur klickt, und auch mal drüber nachdenkt.

In dem Augenblick, wenn Pferde gekauft werden und sich in dem heimischen Stall wiederfinden, beginnt für sie eine recht stressige Zeit. Neue Kumpels! Nichts vertrautes mehr! Beim Autokauf interessiert uns extrem, wie viele Vorbesitzer ein PKW hatte. Beim Pferdkauf fragen 80 % der Käufer nicht mal danach! Merkt ihr was? Es gibt zwei unterschiedliche Herangehensweisen beim Pferdekauf. Der emotionale und die fachlich fundierte Art und Weise!

Bei der emotionalen Weise sind alle Sinne aktiv und nach kurzer Zeit entscheiden wir völlig irrational ob das Pferd zu uns passt oder nicht. Es ist wie Schockverliebtheit. Es kommt aus dem Nichts, überfällt uns, bannt uns und stellt jedes normale Verhalten ein. Ob dieses Pferd gesund, reitbar, gut füttrig oder sonst was für Macken hat…egal…dieses oder keins! Die Probleme, die später dann aber mit voller Wucht kommen, ist am Kauftag völlig egal.

Dann gibt es den fachlich fundierten Pferdekäufer. Gut informiert und auf alle Eventualitäten sehr gut vorbereitet. Der fragt ab, analysiert Aussagen, geht ins Detail, betrachtet das Pferd von hinten oben unten, lässt keinen Millimeter aus. Und am Ende sucht er nach Argumenten um den Preis zu drücken.

Ich vergleiche diesen Prozess des Pferdekaufes immer sehr gerne mit einem Autokauf, damit auch NICHTpferdeLeute ungefähr nachvollziehen können, was da läuft.

Es gibt Autokäufer, die kommen ins Autohaus, gehen strikt auf ein Auto zu, fassen es an, streichen nahezu liebevoll über Karosserie und Sitze. Diesen Menschen sollte man als Autoverkäufer nichts über die Technik erzählen; kann man sich einfach sparen, sie hören eh nicht hin. Diese Sinnesmenschen ist der Preis eigentlich völlig wurscht. Die wussten vorher schon, dass sie kaufen werden.

Und dann gibt es die anderen, die öffnen als erstes die Motorhaube, lehnen sich minutenlang über die Motorabdeckung und möchten den Motor laufen hören. Jeder Knopf, jeder Hebel, der eine Funktion hat, wird betätigt und die Zubehörliste ist wie eine Bibel für sie. Diese Käufer entscheiden sich, wenn alle Komponenten stimmen und versuchen dann ihre Entscheidung damit zu bestätigen, den Preis noch drücken zu können.

Nur 17-20% aller Pferdekäufer lassen das Pferd entscheiden, ob es den Menschen mag! Das ist Fakt! Ich für meinen Teil finde dies einfach nur schrecklich, denn es bringt uns zu meiner grundlegenden Aussage, weshalb ich diese Beiträge überhaupt schreibe und zu der Erkenntnis, dass wir Menschen entscheiden, welches Tier wir nehmen und diese Tatsache beinhaltet noch mehr, nämlich ist ein erster Hinweis darauf, wie wir später mit diesem Pferd umgehen.

Menschen entscheiden über Pferde, was sie mögen, welche Bedürfnisse sie haben, was nicht gut für sie ist, welchem Wetter sie ausgesetzt werden, was sie fressen sollen, wann sie fressen sollen, ob sie Winterfell bekommen dürfen oder nicht….eigentlich bestimmen Menschen alles für Pferde in Gefangenschaft. Alles ist gut getaktet und auch die Rundumversorgung ist penibel bedacht.

Warum glauben wir Menschen eigentlich, dass Pferde ohne uns Menschen nicht überleben können? 4 (VIER) Millionen Jahre (4.000.000) Jahre kommen Pferde ohne Menschen aus, warum maßen wir uns heute an, ihnen zu unterstellen, das sie ohne uns hilflos wären?

Winnoha 2021

Meine weiteren Beiträge über dieses Thema findet ihr in meinem Blog auf dieser Homepage