10.10.2020 Update

Mein Plan wagen zu wollen, droht zu scheitern!

In der letzten Woche habe ich das Diagnoseergebnis aus dem Konsil aller Fachärzte bekommen und was soll ich sagen, es hat mich erst einmal umgehauen. Nach 2 Tagen Panik habe ich mich zwar jetzt wieder einigermaßen beruhigt, geblieben sind jedoch massive Verlust- und Zukunftsängste. Im Moment steht alles in Frage, außer das ich aktuell extrem bockig bin und mit aller Gewalt über die Alpen zum Gardasee möchte, im Notfall auch alleine nur mit einem Pferd, was vernuftsmässig völlig bescheuert wäre.

Natürlich sind solche Zukunftprognosen vor allem von Ärzten immer auch Spekulation. Vielleicht entschließt sich mein Körper ja doch noch eine komplette Kehrtwende hinzulegen. Ihr merkt schon, ich suche nach Argumenten, mir diese Schei….irgendwie schön zu reden. Dies ist auch die erste Stellungnahme nach letzten Donnerstag. Habe es bisher einfach nicht geschafft, das Projekt endgültig in die Tonne zu hauen.

Im Moment kreisen meine Gedanken vor allem um meine Wohnsituation. Ich brauche Lösungen und ehrlich gesagt fällt mir nichts wirklich vernünftiges ein. Alles was ich weiß, ist, dass ich in absehbarer Zeit körperlich so eingeschränkt sein werde, dass ich tägliche Hilfe benötigen werde. Dies bedeutet..ich verliere meine Fähigkeiten ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Thema Auto fahren, nur mit einem umgebauten Auto. Es gibt Zuschüsse, aber eben auch nur Zuschüsse. Aus eigener Kraft, werde ich es nicht finanzieren können.

Thema wohnen! Mehr als mein halbes Leben habe ich alleine gelebt und ehrlich gesagt, liebe ich es auch! Nun konstant einen Menschen um mich haben zu müssen, der mir hilft den Alltag bewältigen zu können, kommt mir vor, wie ein chronischer Lockdown auf Rezept! Alleine die Vorstellung versetzt mich in Panik! Ich will und ich kann mir einfach nicht wirklich vorstellen, tagtäglich auf Hilfe angewiesen zu sein. Horrorwörter wie Pflegeheim, betreute Wohngruppen ect. kreisen in meinen Kopf und nehmen mir mein klares Denkvermögen.

Wenn irgendjemand eine gute Idee hat…..immer her damit!

UPDATE: Unser Plan droht zu scheitern! Bitte lest die NEWS

Winnoha 11.11.2021

Odd’l und ich wollen den Plan wagen mit einem Planwagen von Pullman City Bayern, von Eging am See bis zum Gardasee zu fahren und wir werden einen Trek zusammenstellen, also Menschen finden, deren Herzenswunsch es genauso ist eine große Tour zu machen, wie Odd’L und ich davon träumen. Und gemeinsam werden wir alle Herausforderungen auf unserer Reise bewältigen. Und wir werden belohnt werden, mit Herzenswärme, Teamgeist und Zusammengehörigkeit.

Odd’L von der Alp – Otto Fromm

Wir werden Menschen dafür begeistern und laden jeden dazu ein, uns ein Stück des Weges zu begleiten.

Auch wenn ich diese Reise vor allem für mich selbst machen, werde ich auch für meine fünf Kinder diese Reise machen. Sie sollen sehen, das nichts unmöglich ist, wenn man nur aus ganzem Herzen daran glaubt. Auch wenn mein Verhältnis zu meinen Kindern arg gestört ist, ich nehme jedes Einzelne auf meinen Weg mit! Sie sollen stolz auf mich sein, das ich den Mut und die Kraft, gegen alle Widerstände aufbringen werde, um diesen Weg zu gehen. Vielleicht werden sie es nicht gleich verstehen, aber irgendwann bestimmt; da bin ich mir ganz sicher.

Diese Trek wird der Trek der Herzen werden und für mich besonders, denn auch wenn meine Kinder an mir zweifeln, jedes einzelne Herz meiner Kinder hat mich zu dem werden lassen, die ich heute bin, denn von 1979 bis heute habe für jedes einzelne auch gekämpft, auf meine Art, auch wenn sie es nicht wahr haben wollen. Und Stück für Stück, Meter für Meter, werde ich auf der Reise zum Gardasee, meine Kinder loslassen. Ein Stück des Weges ihres Lebens habe ich sie begleitet, nun ist die Zeit gekommen sie gehen zu lassen, weil sie es selbst so wollen. Und es wird Bäume auf meinem Weg geben, die ihre Initialen tragen werden…JK…SK-H…MFL…JL und MML!

Der Weg über die Alpen wird schwierig werden und hart, so hart wie vergangenen 42 Jahre als Mutter, aber wenn der Abstieg kommt und der Gardasee in greifbare Nähe ist, dann werde ich ein Leben ohne meine Kinder finden. Ohne Ängste, ohne Verluste, ja vielleicht auch ohne Sehnsüchte nach ihnen; wohlwissend das ich mein bestes gegeben habe…mehr ging einfach nicht!

Und dann kann ich in mein Leben zurückkehren und ein selbstbestimmtes Leben führen, ohne Angst haben zu müssen, das ich den Werten meiner Kinder nicht entspreche. Denn so wie ich sie habe gehen lassen, müssen sie auch lernen meine Lebensphilosophie zu akzeptieren.