8 Nov, 2021

Lona 1993

TNT Lona wild one, eine PaintStute, so wild und explosiv wie ihr Name, aber mit mir immer umgänglich, ja nahezu liebevoll.

Sie wurde als Tochter einer Leitstute in Oregon geboren und übernahm mit nicht einmal 8 Monaten eine Jungpferdeherde, die alle in demselben Jahr geboren waren wie sie selbst. 8 Monate lang hatte ihre Mutter sie gelehrt, was sie können musste, um eine Herde führen zu können.

Mit knapp 2 Jahren kam sie nach Deutschland zu mir und weitere 2 Jahre später ritt ich sie. Eigentlich ist dieser Satz falsch. Mit etwas über 3 Jahren trug sie mich…ja das kommt eher hin!

Ohne Anritt, ohne Firlefanz, stieg ich an einem sonnigen Frühlingstag einfach mal auf sie, nur so um mal zu fühlen, wie es sich anfühlt und Lona setzte sich in Bewegung, als hätte es nie was anderes gegeben, den geteerten Wirtschaftsweg entlang, immer weiter von unserem Haus und ihren Weiden entfernt, bis in den nahen Wald, der sich wie eine Schlange bis ins Saarland zog. Ich erinnere mich noch an mein glückliches Gefühl, als Lona auf dem ersten Metern im Wald angaloppierte und in einer völligen Versammlung, nahezu auf der Stelle gallopierte, um dann fast im Einerwechsel in völliger Gelassenheit sie sich ihren Weg durch den Wald bannte.

Unser erster Ausritt war das tollste was ich je mit einem Pferd erlebt habe. Nicht einen Bruchteil einer Sekunde hatte ich das Gefühl, das dieser erste Ritt in einem Drama enden würde. Lona gab mir soviel Vertrauen und Sicherheit an diesem Tag und das Gefühl ich könne nach 28 Jahren klassischen Reiten Westernreiten. Unser erster gemeinsamer Ritt war als hätten wir gemeinsam schon 5000 Meilen zurückgelegt und mir wurde klar, dass ich Lonas Potential niemals ausreiten werden können, aber das wollte ich auch nie. Ich wusste Lona bringt mich immer wieder sicher nach Hause, denn sie kannte den Weg dazu und nicht nur die Geografie.

Lona Mutter, diese großartige Leitstute war beidseitig Hancock gezogen und als ich das verstand, was es auch für Lona bedeutete, sah ich sie mit ganz anderen Augen und mit der Liebe zu Lona, wuchs Monat für Monat die Leidenschaft für diese Quarter Horses Linie. Es gibt Pferde! Es gibt Quarter und es gibt Hancocks und die spielen in einer ganz anderen Liga!

Übrigens! Adios Amigos, Paint, No 1525 war ein Hancock!

https://www.allbreedpedigree.com/adios+amigos

8 Nov, 2021

Denke und dein Pferd wird dir antworten

Es ist der helle Wahnsinn, was alles für Kurse, Workshops und Therapien für Pferde oder sollte ich besser sagen, für deren Besitzer angeboten werden.

Da werden z.B. online Erziehungskurse angeboten für traumatisierte Pferde. Der Kursleiter bekommt das Pferd nicht Mal persönlich zu sehen und der will einem Pferd seine Trauma nehmen? Ich finde es fragwürdig und ähnlich wie Esoterik in vielen Fällen eher Bauernfänger, als ernsthaftes Erlernen mit seinem Pferd zurecht zu kommen.

In den meisten Fällen geht es gar nicht um das Pferd, sondern nur darum den Besitzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Gestern habe ich ein Angebot für 139€ gelesen, da wurde eine Challenge angeboten, 4 Wochen intensive Begleitung und Beratung, online, um zu lernen wie das eigene Pferd tickt!

ich bin immer wieder erstaunt darüber, das solche Angebote überhaupt Interesse erwecken und je abgedrehte die Angebote sind, umso gefragter sind sie!

Ich weiß das es HelicopterEltern gibt, aber scheinbar gibt es auch HelicopterPferdebesitzer.

Wie viele inzwischen wissen, suche ich aktuell ein Pferd für mich! Was ich alles inzwischen zu Gesicht bekommen habe, kann ich alles gar nicht in Worte packen. Die Heiligsprechung der Verkaufspferde ist zu einem wahren Sündenpfuhl der Unmöglichkeiten geworden und wer da nicht die Feinheiten zwischen den Zeilen lesen kann, wird zwangsläufig vorgeführt.

Der Kauf eines Pferdes beginnt lange bevor man tatsächlich einen Kaufvertrag unterschreibt. Man fährt 1000de von Kilometern, um ein Pferd zu treffen, nimmt sich Zeit, übernachtet noch irgendwo, um am folgenden Tag nochmals hin zu gehen, ja man investiert Zeit und Geld, um das passende Pferd zu finden.

Pferdesuche… Pferdekauf

Ich finde es ganz schrecklich, wieviel Pferde zum Verkauf stehen und ich frage schon lange nicht mehr nach den Gründen.

Pferde sind hochsensible Lebewesen, die Seele haben. Durchschnittlich wechselt ein Pferd in Deutschland, während seines Lebens 5 mal den Besitzer. Hinter dieser Tatsache frage ich mich was in den Pferdeköpfen vorgehen muss.

Und da wären wir genau an dem Punkt…wie ticken Pferde? Was denken sie? Wie denken sie? Welche Funktionen laufen tatsächlich in so einem Pferdekopf ab?

Inzwischen gibt es gute wissenschaftliche Studien darüber, die auch ein Laie gut verstehen kann, wenn er sich denn die Mühe macht, sie mal zu lesen.

Als Säugetier hat ein Pferd einen ähnlichen Gehirnaufbau wie ein Mensch, mit einer linken und einer rechten Gehirnhälfte, nur viel kleiner, aber deshalb nicht weniger leistungsfähig. Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied. Die Vernetzung der beiden Gehirnhälften ist beim Menschen um ein Vielfaches dichter und enger mit Nervenbahnen verflochten. Der Austausch zwischen rechts und links geschieht sehr viel schneller, beim Menschen und kann so auch komplexere Prozesse bewältigen.

Beim Pferd geschieht der Austausch von rechter und linker Gehirnhälfte eher ruhiger, langsamer aber Pferde können kleinste Veränderungen der menschlichen Gestik lesen. Bestimmt hat jeder schon mal von Menschen gehört, die kaum sichtbare, teils unbewusste Veränderungen im menschlichen Gesichtern lesen können. Genau das können Pferde auch, aber nicht nur in unseren Gesichtern, sondern alle unsere Gestiken unseres Körpers. Damit werden sie zu wahren Hellseher und lesen auch unsere Absichten, die Guten, aber auch die Schlechten! Dies bedeutet: Pferde können in dem Augenblick unsere Absichten lesen, wenn wir es nur gedacht haben, weil der menschliche Körper, unbewusst, sich verändert, wenn wir denken.

Diese unbewussten Veränderungen unseres Körpers können aber auch bewusst durchgeführt werden. Babies kommunizieren auf diese Weise mit der Bezugsperson vom ersten Augenblick an. Mütter können meist die Gestik ihre Babies lesen und Babies lesen in den Gesichtern ihrer Bezugspersonen wie in einem offenen Buch.

Wer sich bisher die Frage gestellt hat, warum Kinder oft mit Pferden ein sehr entspanntes Miteinander und oft inniges Verhältnis haben, findet die Antwort in der Körpersprache der beiden Lebewesen. Mit der Pupertät verliert der Mensch diese Fähigkeit und als erwachsener Pferdebesitzer muss man es ganz neu lernen.

Wer das verstanden hat, als Pferdebesitzer, wird beim nächsten Stallbesuch einen ganz anderen Blick auf sein Pferd werfen, garantiert!

22 Okt, 2021

Pferde haben Seele

So zugewandt wie Pferde uns Menschen gegenüber auch sind…es muss uns klar werden, dass gerade diese Zuneigung der Pferde zu uns Menschen, gerade auch ihr wunder Punkt ist!

Pferde haben Seele, die uns Menschen anspricht, uns in ihrer Nähe das Gefühlt gibt, in Sicherheit zu sein; mit ihnen können wir Freiheit nicht nur erleben, sondern auch tief in uns fühlen.

Es sind wunderbare stolze, erhabene und freiheitsliebende Wesen, die und trösten und unsere eigenen Verletzungen heilen lassen können.

Der Duft eines Pferdes heilt meine Seele…immer wieder und sehr zuverlässig

Und wie bei uns Menschen sind seelische Verletzungen bei Pferden, wie auch beim Menschen, äußerlich nicht erkennbar….dennoch sind sie da und sollten von uns bedacht werden.

Während meiner Kommunikationen mit Pferden habe ich so manchen Aufschrei wahrgenommen und versucht die Ursache zu beseitigen. Nicht allen konnte ich helfen….warum, weil ich mit meinem Wissen, welches ich von den Pferden bekommen habe, an die Besitzer ran musste und so mancher Besitzer war völlig entsetzt über meine Aussage, weil vielleicht auch die Ursache gerade bei ihm lag und wer gibt schon gerne zu, Fehler gemacht zu haben.

Manchmal aber sind es nur Kleinigkeiten, die abgestellt werden müssen und dann habe ich dem Pferd auch geholfen.

Ja die Seelen der Pferde sind genauso individuell wie die von Menschen.

Pferde sind generell recht leidensfähig, aber auch ihre Geduld mit uns Menschen ist irgendwann mal am Ende angekommen.

Und damit wären wir auch schon an dem Punkt, der mir ganz arg wichtig ist, nämlich das eine Beziehung zwischen einem Pferd und einem Menschen oft so ist, dass das Pferd eher dem Menschen hilft, als der Mensch dem Pferd!

Nicht jeder Reiter ist auch gleichzeitig ein Pferdemensch und nicht jeder Pferdemensch ist auch gleichzeitig ein guter Reiter! Nach 54 Jahren mit Pferden, kenne ich tatsächlich nur sehr wenige Pferdemenschen, denn auch die Menschen, die sich selbst für Pferdemenschen halten, sind es nicht…leider!

Ich kann nicht einmal von mir selbst behaupten ob ich ein Pferdemensch bin! Ich glaube meine Voraussetzungen, die ich über meine Gene mit auf diese Welt gebracht habe, waren sehr gut. Dazu kam, dass ich gerne beobachte, Veränderungen sehr schnell wahrnehme und bedingt durch meine eigene Geschichte, seelische Verletzungen gut deuten kann.

8 Okt, 2021

Chewie, ein Pferd und ich

Über mich habe ich den Blogbeiträgen bereits einiges erzählt, so daß ich hier darauf verzichten möchte. Über meine tierischen Begleiter jedoch habe ich bisher wenig geschrieben und möchte dies nun an dieser Stelle nachholen.

Chewie ist ein Mischlingsgsrüde. Sein Vater ein franz. Bullimix und seine Mutter äußerlich eine Mischung eines kleinen Jack Russel und irgendwas….wie ich nun seit einigen Monaten weiß ist das „Irgendwas“ mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Dackel! Chewie’s Vorderbeine stehen ab Ellenbogen im 45 GradWinkel nach außen ab. Außerdem sind seine Pfoten genauso groß/lang wie sein Oberarm. Er hat im Verhältnis zu seiner Körpergröße wirklich sehr große Pfoten. Für mich steht fest, Chewie ist ein DackelMix. Nicht das ich Dackel nicht mögen würde, aber wer, wie ich nahezu dreizig Jahre so in sich ruhende Seelentröster wie weiße Schäferhunde um sich hat, für den ist das Dackelgemüt schon eine Herausforderung.

Dackel, das ist die Hundrasse, von denen Martin Rütter sagt, das sie an keinem Erdloch vorbeigehen können, ohne die Belegung zu kontrollieren. Rütter zeichnet uns ein Bild dieser Rasse, welches uns Dackel in frecher Lederjacke zeigt. Hunde voller Elan, immer aufmerksam. Sehr besitzergreifend, zeitweise sehr stur, schwierig zu erziehen aber mit viel Charme und Liebe zu ihren Menschen her ausgestattet, aber Dackel entscheiden auch selbstständig was sie tun, ob sie es tun und vorallem wann sie es tun. Mit den vorgenannten Rasseeigenschaften kann ich nahezu zu 100% behaupten…..Chewie ist ein Dackel!

Bevor ich mir ernsthafte Gedanke über Chewie’s Rasseabstammung gemacht habe, habe ich mich monatelang nur gewundert über sein Verhalten. Definitiv benahm er sich nicht wie ….. handelsübliche …. Welpen. Wenn Chewie nicht Chewie heißen würde und man ihn nach seinen Verhalten benennen würde, dann müsste man ihn „so und nicht anders“ rufen. Chewie setzte bereits mit 8 Wochen Maßstäbe. Unter anderen verbannte er seinen Vater Yohda, 2 Sek nach seinem Einzug bei uns, auf den untersten Platz der Nahrungskette. Dieser Zustand, sprich diese Herdenstruktur hat sich seitdem nicht geändert, obwohl Yohda so manchen Anlauf unternommen hat, um wieder eine Etage aufzusteigen.

Mit etwas über 3 Monaten hob Chewie beim Pinkeln sein Bein. 1 Woche später markierte er alle Stellen an denen Yohda sich ausgelassen hatte. Er markierte nicht die Stellen von Boris. Ich erklärte es damit, das er eben mit 2 ausgewachsenen Rüden zusammen lebt und es sich abgeguckt hat. Zu dieser Zeit waren beide Hoden bereits gefallen und deutlich zu erkennen. Mit guten 4 Monaten wechselte sein Gebiss innerhalb nur weniger Wochen. Denke es waren weniger wie 3 Wochen. Und mit all den frühreifen Verhalten ging es weiter. Sagte ich schon das Chewie am 17.Januar 2021 geboren wurde. Heute ist er also gerade mal 8 Monate alt, benimmt sich aber wie ein Alter. Mir wird jetzt schon ganz komisch, wenn ich an seine Pubertät denke, die müsste ja nun bald beginnen, da er ja in allen Dingen viel zu früh dran war.

Ich muss es wohl zugeben, Chewie ist ein Hund nach meinem Geschmack. Lässt man mal das Dackel Getue bei Seite ist Chewie sehr witzig, absolut solidarisch, sehr selbstständig, Entscheidungsfreudig, völlig angstfrei, mutig und verschmust. Er verknüpft gedanklich nicht nur, nein manchmal kommt es mir echt so vor, als würde er tatsächlich selbstständig denken und sich einen Plan machen. Obwohl er ganz anders als Boris ist, hat er bereits jetzt schon das Zeug, um Boris Nachfolge anzutreten. Ich glaube, wenn Chewie über roundabout 3 Monate mit mir zum Gardasee reist, wird ein Band zwischen uns entstehen, welches kaum noch zu lösen wäre.

Kommen wir nun zu dem Pferd, welches mich ja noch nicht gefunden den hat. Ich glaube es wird ein älteres Pferd sein, so 15-19 Jahre. Ich denke auch das es eine Stute sein wird, die vielleicht in ihrem Leben nicht sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Vielleicht eine Zuchtstute, die wenig geritten worden ist, stattdessen viele Fohlen das leben geschenkt hat. Mit 15-19 Jahren ist sie ruhig und gelassen. Ein Pferd das sich nicht mehr über Kleinigkeiten aufregt, die aber neugierig auf mich und meine Trainingsmethoden reagiert und trotz ihres Alters noch eifrig täglich dazulernen will. Sie wird sensibel sein, um mein Handicap zu erkennen und mir helfen es auzugleichen. Im Gegenzug werde ich ihr zeigen, wie schön es ist, nur mit einem Halsring geritten zu werden. Ich werde ihr vertrauen und sie wird mich nicht enttäuschen. Ich glaube sie wird ein kleines Pferd sein. Nicht größer als 1,50m. Sie wird ein stabiles Fundament haben, vielleicht sogar etwas rundlich sein. Aufgrund ihrer geringen Größe wird sie mit der Hinterhand weit unter sich greifen können und mir damit einen angenehmen Sitz bescheren.

Search

Suche nach:

Neueste Beiträge
Archives
19 Sep, 2021

Ich glaube ein Pferd sucht mich schon…

…weil es mich für seinen passenden Menschen hält!

Es wird mich finden!

Wenn ich mal genau in meine Vergangenheit schaue, war es oft so, dass mich Hunde und Pferde immer gefunden habe und ich genau mit diesen Tieren einen langen gemeinsamen Weg gehen durfte.

Zum ersten mal war das so mit Tommy, ein Foxterrier. Ich war 6 oder 7 Jahre alt und wünschte mir einen Hund. Meine Mutter war dagegen, aber dann kam unser Tierarzt und brachte Tommy, den er aus einem verkommenen Haushalt geholt hatte. Tommy war von oben bis unten von einer dicken Kruste bedeckt und als wir diese Kruste mit warmen Wasser endlich gelöst bekamen und sie Stück für Stück auf den Fußboden legten, liefen die Krusten los. Als wir sie umdrehten, sahen wir nur Beine, von Flöhen, Läusen, was weiß ich, was alles noch da lebte.

Als Thommy gänzlich befreit war von seiner Plage, schlief er eine Woche lang, nahezu ununterbrochen. Es dauerte Monate, bis er wieder Fell hatte. Tommy war mein erster eigener Hund und er begleitete mich überall hin. Ich wuchs in einem Dorf in Mittelhessen auf und meine 1. Schule war eine Dorfschule mit einer sehr großen Eiche im Schulhof. Dort saß Tommy immer und wartete bis die Glocke läutete und wir Schulende hatten. Ich glaube Tommy hatte nicht mal eine Leine. Das feste Band zwischen uns reichte aus. Wir wurden zusammen verschüttet, als wir uns eine Höhle bauen wollten im nahen Wald und weder Tommy noch ich an Stützbalken dachten.

Auf ihn war immer Verlass, wenn ich auf der Obstwiese der Gemeinde Obst klauen wollte und er frühzeitig durch leises Knurren signalisierte, das der Dorfbürgermeister auf dem Weg war.

Er saß mit mir stundenlang auf der obersten Stufe derTreppe, die zum Keller hinab führte, wenn meine Mutter uns mal wieder bestrafen wollte. Es war ein Naturkeller und unten sah ich immer die Mäuse von einer Ecke in die andere huschen. Es roch immer etwas moderig, da auf der obersten Stufe der Kellertreppe und ich glaube fest daran, dass Tommy meine Angst spüren konnte, denn immer dann drückte er sich fester an mich und signalisierte mir, ich bin da! Tommy und ich hatten keine sehr lange Zeit zusammen, aber er war für mich mehr als nur ein Hund, er mein mein bester Freund!

Nach Tommy gab es noch ein paar Tiere, die mich auf komischen Wegen gefunden haben. Ich denke da an Bankart, ein Schäferhund-Mischling. Er wurde bei uns am 1.Weihnachtsfeiertag im Wohnzimmer geboren und mein damaliger Freund, späterer Mann, trat aus Versehen auf sein Bein, so dass es gebrochen war. Ich trug ihn über Wochen in einer Babytrage mit mir rum und er wurde ein richtig Guter, nachdem ich mir viel Mühe gegeben hatte, um ihn zu bändigen. Ein sehr charakterstarker Hund, der ab seiner Geburt 16 Jahre lang jeden Weg, im Auto, per Pferd oder auch zu Fuß, mit mir gegangen ist. Bankart war ein Freigeist und bis zum Schluss auch gerne mal alleine unterwegs. Er fand immer seinen Weg zu mir zurück!

Und dann war da Amigo, ein dreifarbiges Hengstfohlen, den keiner haben wollte, weil er ein Sohn von El Paso war, der zu der Zeit von Amigos Geburt schon nicht mehr händelbar war. Alle Söhne von El Paso wurden deshalb frühzeitig zu Wallachen gemacht. Ich fand Amigo irgendwie alleine auf der Weide rumstehen und nahm ihn mit nach Hause. Auf der Indian Heart Ranch wuchs er groß. Eingetragen wurde er als El Amigo H. H stand für Heidelore oder Heart. Ich ließ in kören und auch seine Hengstprüfung bestand er. Er wurde ein Stempelhengst. Ich habe ihn selbst angeritten und er wurde sehr gut von mir erzogen. Highlight mit ihm war eine Hengstpräsentation zusammen mit seinem Sohn „Jesse James“ nach dem Song von Cher „Just like Jesse James“

Aber auch Lona fand mich, meine Stute, auch sie wollte niemand, bzw. bei Ihr war es eigentlich eher so, das Lona niemanden wollte. Eine Paint Horse Stute mit Hancock Abstammung, sehr hengstig! Sie lehrte mich Westernreiten! Mit ihr lernte ich das Gefühl der Freiheit auf einem Pferderücken kennen. Sie schenkte mir ihr Vertrauen; das Größte was sie mir geben konnte und ich liebte sie dafür und experimentierte nie an ihr rum. Westernreiten nach Schulbuch gab es mit ihr nicht. Ich ließ sie immer gewähren, weil ich wusste, sie bringt mich heil nach Hause zurück!

So fand mich auch Yankey aber vor allem auch Boris, beides weiße Schäferhunde. Boris geht nun schon sehr lange neben mir. Inzwischen ist er 12 Jahre alt, hört nicht mehr richtig, sieht nicht mehr alles, aber seine Nase funktioniert noch. Er ist der beste weiße Schäferhund, den ich je hatte. Ein Hund, der in sich ruht, auf den ich mich immer verlassen konnte, ähnlich wie damals auf Tommy & Bankart, denen es immer völlig wurscht war, wohin wir gingen, Hauptsache ich war in ihrer Nähe. Boris Herz schlägt glaub ich nur für mich. Er kam auf diese Welt, um mein Freund zu sein, mich zu trösten, wenn meine Seele mal wieder schrie, mit mir zu toben, wenn ich glückliche Momente hatte. Mit mir ins Wasser zu springen, obwohl er nichts mehr hasst wie Wasser…Boris hat für mich viele Male seine eigenen Grenzen überschritten. Jetzt ist er alt und ich bin dankbar für jeden Tag, den er bei mir ist. Ich weiß das es nicht mehr viele sein werden und obwohl er kuscheln ebenso hasst wie Wasser, gibt er mir auch jetzt noch diese Zeit, weil er spürt, dass ich Abschied nehmen muss!

Wenn je ein Hund meine Seele berührt hat, dann war es Boris!

Und weil ich all diese Zeiten mit wunderbaren Tiere verbringen durfte, die mich gefunden haben, weil wir zusammen etwas füreinander tun konnten, glaube ich auch jetzt, dass es bereits ein Pferd gibt, welches mich sucht. Es wird mich finden, zu genau dem richtigen Zeitpunkt, um mich zum Gardasee zu tragen. Ich mach mir keine Sorgen, weil es jetzt noch nicht da ist. Es wird kommen und wir werden eine tolle Zeit, über die Reise hinaus haben. Und wenn es mich nicht bis zur Abreise finden sollte, dann ist einfach noch nicht die Zeit dafür da; dann muss ich wohl warten, bis es mich gefunden hat und bis es soweit ist, muss ich zusehen, dass ich fit genug bleibe, um dann die Reise mit ihm machen zu können.

Der Hund, der mich auf meinem Weg zum Gardasee begleiten wird, heißt Chewie! Er ist der Sohn von Yohda, den meine Tochter bei mir vergessen hat. Chewie wurde am 17.01.2021 geboren. Ich habe ihn selbst auf dieser Welt in Empfang genommen, ihn auf meine Brust gelegt und ihm gesagt, dass sein Leben eng mit meinem verknüpft ist. Mit 8 Wochen habe ich ihn dann endgültig zu mir geholt und aus dem niedlichen Welpen wurde …. ein Dackel mit zwei sehr sehr krummen Beinen.

Chewie ist nicht wirklich hübsch, aber ein Hund genau nach meinem Geschmack. Er ist selbstbewusst, absolut solidarisch, fresch, manchmal sogar dreist, völlig angstfrei, neugierig und vor allem erkennt er mich, trotz Dackelcharakter, als seinen Oberhäuptling an. Sein Vertrauen, auch jetzt schon, mir gegenüber ist grenzenlos und dennoch ist er ein selbstdenkendes Wesen, was mich in den vergangenen 8 Monaten mehr als einmal zum Erstaunen gebracht hat, mehr noch…zum lächeln, und zum weinen verleitet hat. Mit ihm kam ein Stückchen Zukunft in mein Leben zurück, die ich in den Monaten zuvor irgendwie verloren hatte.

Eigentlich sind kleine Welpen Tag und Nacht aktiv, Chewie aber schläft, wenn ich schlafe, arbeitet mit mir, meist starrt er dann unentwegt auf den Bildschirm meines PCs, verfolgt die Maus auf dem Desktop und manchmal, wenn ich Mal wieder mit mir selbst spreche, schaut er mich fragend an und ich glaube zu wissen, das er mich irgendwie durchschaut. Alle seine Entscheidungen trifft er selbstständig und alleine und tatsächlich gab es nur ganz wenige Momente in den letzten 7 Monaten, in denen ich an Chewie gezweifelt habe.

So schwer es mir auch fällt Boris gehen zu lassen, es gibt einen würdigen Nachfolger und Chewie wird mir helfen Boris Verlust mit Würde zu tragen!