Alte Römerstrasse via Claudia Augusta

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Wenn man bedenkt wie alt diese Strasse ist, erzeugt es schon etwas Ehrfurcht in mir.

Auf meiner interaktiven Karte habe ich mir den Streckenverlauf dieser römischen Strasse durch die Alpen abgesehen und sie als „machbar“ eingestuft.

Wie man in der Legende sieht ist die Gesamtstrecke 409 km lang und ich habe bei der Berechnung ein Tagesziel von ca. 30 km Tagesstrecke angegeben. Ich denke mit einem Rollstuhl müssten 30 km täglich zu schaffen sein. Dies bedeutet, dass ich ca. 2 Wochen für die Strecke benötigen würde.

Es wäre nun mal an der Zeit mir zu überlegen, ob ich alleine reisen möchte, wo und wie ich übernachten möchte, ob ich nun nur mit Chewie gehe oder ob ich mir tatsächlich noch ein Pferd, Muli oder Esel suche.

Ich bin hin und her gerissen, zwischen all den Möglichkeiten und kann mich nicht so recht entscheiden. Alle Optionen haben eben neben den Vorteilen auch Nachteile. Mit Pferd wird es viel schwerer werden, Unterkünfte zu finden; andererseits kann mich so ein Vierbeiner auch mal ziehen, wenn meinem Akku die Luft ausgeht. Ein weiter Punkt liegt eher im emotionalen bei mir. Sollte mir tatsächlich irgendjemand einen Vierbeiner zur Verfügung stellen und ich dann eben 2 Wochen lang mit diesem Tier durch die Alpen roller, bin ich danach wirklich bereit ihn wieder zurückzugeben?

14 Tage Zusammensein heißt eben auch 14 x 24 Std. Abenteuer; gemeinsame Erlebnisse, Problemüberwindung und Annäherung. Die größte Entscheidung, die ich jetzt treffen muss, ist eben nicht einfach mit oder ohne Pferd, sondern vielmehr bin ich bereit die Konsequenzen aus diesen 14 Tagen mit dem Pferd zu tragen?

  1. Wäre ich bereit es danach wieder abzugeben?
  2. Wäre ich bereit mit meinem sehr beschränkten monatlichen Budget auch danach die Kosten für ein Pferd zu tragen, bzw. dafür auch Berlin zu verlassen um mit meinem Pferd an einem Ort zu leben, wo es uns allen gutgehen kann?

Boah, mein Plan sah zu Beginn einfach nur den Weg über die Alpen bis zum Gardasee vor. Und jetzt entwickelt sich eine Grundsatzentscheidung daraus!

Grundsätzlich ist es schon schwer genug, um mit einem Rollstuhl die Alpen zu überqueren. Das Zubehör dafür habe ich ja nun auch noch nicht und scheinbar bekomme ich auch nirgend Hilfe dafür. Für mich könnte es DIE Reise meines Lebens werden, gerade deshalb, weil ich nun nicht einfach laufend die Strecke bewältigen kann. Für alle Menschen, die ich angesprochen habe und um Hilfe gebeten habe, scheint es NIX zu sein. Niemand hat wirklich begriffen, wie wichtig mir diese Reise ist!