Selbstbeschreibung aus 2012 …stimmt irgendwie immer noch!

Ich bin wie ich bin!

hört sich im ersten Moment sehr einfach an, aber über Jahrzehnte sich selbst treu zu bleiben ist verdammt schwer und es kommen immer wieder Zweifel in einem hoch, ob es nicht doch die Art & Weise der Eigenvermarktung ist, die einem immer wieder an seine Grenzen führt.

Zwei meiner Kinder haben mir deshalb die Freundschaft gekündigt….

Update 2021: vier meiner Kinder haben mir die Freundschaft gekündigt; eine davon findet mich sogar toxisch…ups… irgendwie höre ich dabei die Stimme ihres Vaters!

  • die Eine kann nicht akzeptieren, das ich nicht erwachsen werden will und auch heute noch, mit über 50 Jahren meinen eigen Klamottenstyle hartnäckig verteidige…
  • Die Andere hat sich von der ersten Meinung anstecken lassen und füllt sich verlassen und vernachlässigt…für sie bin ich toxisch, was immer das auch heißen mag.
  • Eine weitere durfte mich erst gar nicht kennenlernen…lange Geschichte an der meine Mutter maßgeblich beteiligt war.
  • Und 4 Kind ist aktuell so sehr hormongesteuert, dass eine tatsächliche Kommunikation bereits am Ohreneingang jäh gestoppt wird und erst gar nicht in die eigentlichen Gehirnregionen vordringen kann.

Alle haben irgendwie recht und dann doch wieder nicht, denn alle vergessen bei ihren Aussagen über mich, dass ich nicht nur ausschließlich Mutter bin, sondern auch ein eigenständiger Mensch mit eigenen Bedürfnissen, die ich nahezu 32 Jahre lang unbeachtet gelassen habe. Natürlich stellen Kinder andere Erwartungen an Eltern, als das Freunde tun, aber alleine die Tatsache daß man Mutter ist, heisst nicht das ab dem Zeitpunkt der 1. Geburt ein selbstbestimmtes Leben bis zum Tod ausgeschlossen wird. Alles hat seine Zeit; eigene Kindheit, Jugend, Partnerin, Ehefrau, Betrogene, Geschiedene, Alleinerziehende, Geliebte, Lebensabschnittsgefährtin (LOL), Single, Bestagerin und nun eben Junge Seniorin.

Nach der ersten Schmerzbewältigung und einem letzten Versuch den Schaden auf ein Minimum zu begrenzen, bin ich gescheitert und musste notgedrungen die Realität akzeptieren. Hab ich jetzt getan; zieht aber auch Folgen für die Kinder nach sich, was sie erneut brutal kommentieren, weil ihre emotionale Erpressung aufgeflogen ist und sie der Meinung sind, dass Angriff die beste Verteidigung ist!

Ich habe mich selten der Realität gebeugt, bin definitiv nicht demütig im eigentlichen Sinne, aber deshalb nicht weniger liebenswert. Es gibt Menschen in meinem engeren Umfeld, die genau das am mir mögen; mehr noch die mich dafür sogar lieben! Überhaupt schenkt einem das Leben immer mal wieder Menschen, die viel wertvoller sind, als jede bucklige Verwandtschaft

Nun bin ich 50 (Update 2021: 60) und die Wahrheit ist, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben nun ICH bin und das auch ganz bewusst sein darf!

In den Jahren davor war ich

  • Tochter ~ nach Aussagen meiner Mutter eine Schlechte
  • Ehefrau ~ mit wenig Geduld und Verständnis für Unzulänglichkeiten
  • Mutter ~ das Hilfesyndrom hat immer noch nicht aufgehört und scheint mir ein Charakterzug geworden zu sein
  • Unternehmerin ~ noch das Beste an all den Herausforderungen, weil da bekam ich wenigsten Bestätigung und Anerkennung.

Ich war immer auf dem Sprung, immer bereit wie eine Löwin für meine Ziele und Herausforderungen, ohne Nachdenken, zu kämpfen. Menschen, die mir am Herzen lagen oder immer noch liegen, können sich blind auf mich verlassen und Solidarität & Loyalität sind für mich Dinge, die nicht nur angepriesen werden wollen, sondern täglich gelebt werden müssen.

Nun also, seit 2010 darf ich endlich ICH sein!

Zu Beginn, dieser Lebensphase, war ich denn doch etwas erschrocken über all die Freiheiten, die man dabei genießen kann. In manchen Situationen fühlte ich mich auch total überfordert und wollte am liebsten zurück unter meine Tarnkappe, die mir meine Mutter, meine Ehemänner, meine Kinder und nicht zuletzt auch meine Geschäftspartner immer schön aufgesetzt haben, weil es war ja so bequem eine Chaosmanagerin im Hintergrund zu haben, der man sich weder rechtfertigen musste, noch sich groß mit ihr auseinandersetzen müsste. Ich war halt einfach da! Ich habe existiert…aber nicht gelebt… Chaos beseitigt, so manchen Großbrand gelöscht, Tränen getrocknet, Zuversicht verbreitet und Hoffnung in Dauerschleife gesät. Und bei all diesen Tätigkeiten haben Alle mich vergessen… einschließlich ich mich selbst!

Und dennoch habe ich mich unter meiner Tarnkappe weiterentwickelt. Habe nie aufgehört zu lernen. Habe immer schön meine Wahrnehmung und meine Logik gespeist und letztendlich habe ich mich damit, mit Sicherheit unbewusst, auf ein Leben ohne all die Quälgeister vorbereitet.

Ich bin wie ich!

  • Unbequem, weil ich meine eigene Meinung habe und diese auch vertrete!
  • Exentrisch, weil es ist so geil endlich tun und lassen zu können, was man will
  • Extrovertiert ~ was soll’s, wer damit nicht klar kommt, kann ja gehen
  • Kommunikativ ~ meine Rhetorik ist teilweise echt behandlungsfähig
  • meine emotionale Intelligenz ist löchrig wie ein Schweizer Käse, wobei ich befürchte, dass dieser Käse mehr Löcher wie Käse aufweist
  • Kreativ ~ manchmal muss es einfach raus. dann schreib ich, male, fotografiere, gestalte Aktfotografien, modelliere….alles nach was mir der Sinn steht. Nichts hab ich richtig gelernt und deshalb ist es auch immer laienhaft, aber es muss raus….und dann geht es mir auch wieder besser! Selbsttherapie!
  • Ich halte mich für ein Visionär ~ denn mein Denken ist immer groß, meine Ideen besetzen immer Nischen und die Tatsache, das dabei meine beiden Gehirnhälften auf Hochtouren laufen, machen die ganze Angelegenheit nicht immer schwerer.
  • UND ich widerspreche meiner Mutter ~ MAN KANN MICH LIEBEN! ….so wie ich bin! (Scheiße tut das gut, es endlich mal auszusprechen!)

weil    I c h   b i n   w i e   i c h   b i n !