Lebensphilosophie

Meine Lebensphilosophie hat was zu tiefst romantisches. Irgendwie wurde ich im falschen Jahrtausend geboren, oder ich war schon mal im 19.Jahrhundert auf dieser Welt und wurde wiedergeboren, 1961, aber eigentlich bin ich irgendwie immer noch im 19.Jahrhundert stecken geblieben. Ich liebe die Kleidung dieser Zeit, die total romantische Vorstellung in einem Tipi leben zu können, auch wenn es für unsere Zeit, heute, völlig absurd klingt, aber ich war immer nur für kurze Zeiträume im Hier und Jetzt. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich im 19. Jahrhundert verbracht und deshalb war ich immer anders als andere und meist wurde ich in meinem Leben auch völlig falsch verstanden.

Ich bin einer der Menschen, der Dinge nur aus einem einzigen Grund hortet, um sie irgendwann zu verschenken. Ich habe schrecklichen Spaß dabei, Dinge zu verschenken, vor allem Dinge, die ich selbst gemacht habe. Es hat mir nie wirklich etwas aus gemacht, keine Reichtümer zu besitzen und auch der konstante Mangel an Geld, belastet mich nicht wirklich, solange meine Hunde täglich ihr Futter bekommen, Tierarztrechnungen bezahlt werden können und wir unsere Freiheiten auch ausleben können.

Ich bin leidenschaftlicher Camper und wer nun glaubt ich besitze einen tollen Camper der irrt! Ich besitze ein Klappzelt. Ein Zelt auf einem Anhänger, welches man aufklappen kann und dann zwei Schlafplätze hat. In ihm kann ich alles verstauen, was man für das tägliche Überleben braucht…mehr aber auch nicht und da wären wir beim nächsten Punkt meiner Lebensphilosophie, dem Besitz. Ich besitze wenig, meist sind es Dinge, die ich für meine Tiere benötige. Ich besitze einen Westernsattel und der ist mir auch sehr wichtig und Utensilien für die Hufpflege. Ich besitze Küchenutensilien, die ich beim Camping genauso benutze wie Zuhause. Ich besitze Sommer- und Winterkleidung, nicht viel, weil ich eh viel lieber in meinem Leder-Indianer-Kleid rumlaufe und ich besitze drei Hunde, die meine Seelentröster, meine Partner, meine Lieben sind und ich besitze 2 sehr enge Freundschaften zu 2 Menschen, ohne die ich mir mein Leben nicht vorstellen könnte.

Meine Lebensphilosophie ist geprägt von Freiheit, um die ich sehr kämpfen musste. Ein selbst bestimmtes Leben zu führen ist in der heutigen Zeit gar nicht so einfach. Man ist eingebunden in eine soziale Gesellschaft, die Menschen, die gerne die Freiheit auch leben, die uns die Demokratie schenkt, völlig missverstehen. Freiheit ist nicht nur grenzenlos hingehen zu können, wo man will, sondern bedeutet auch sagen und handeln zu können, wie man möchte, aber auch niemals andere durch die eigene Handlung zu verletzen. Freiheit bedeutet für mich, mir selber auch genug zu sein. Alleinsein nicht als Einsamkeit zu empfinden; Gesellschaft in mitten von anderen Menschen als Geschenk und nicht als Bürde zu nehmen. Menschen in ihrer unterschiedlichen Art und Weisen und ihren Kulturen verstehen zu wollen. Offen für neues zu sein und gleichzeitig das bewährte alte nicht zu verurteilen und vor allem nicht zu vergessen, woher man kommt und was einem alles auf dem Weg ins JETZT begegnet ist. Denn nur durch all die Ereignisse, Verluste, Glücksmomente und magische Augenblicke, ist man das geworden, der man heute ist. Das Leben hat einem geprägt und tut es noch…jeden Tag!

Und deshalb mag ich stille Momente am Lagerfeure, wilde Ausritte um den Kopf frei zu bekommen und Freiheit fühlen zu können. Ich mag die wenigen Dinge, die mir wichtig sind, weil sie mein Leben spiegeln.

Und ich mag die Menschen, die bereit sind mich ein Stück meines Weges zu begleiten!