650 km bis zum Gardasee

Boah wenn ich die Zahl 650 so sehe, wird mir echt etwas gruselig. 650 km sind schon ziemlich weit. Naja ich werde die 650 km in 42 Tagen reiten, sprich also 1,5 Monaten; auch ganz schon lang, aber machbar. Das sind roundabout 15 km am Tag. Tja wenn man so auf den kleinesten Nenner runterbricht, scheint es so gar nicht mehr bedrohlich. Ach Quatsch, es ist überhaupt nicht bedrohlich, oder gar gefährlich, behaupte zumindest ich. Meine Ärzte sind da anderer Meinung, denn ich muss definitiv über die Alpen, also wenn ich es tatsächlich schaffe, dürft ihr alle hinterher Hannibalin zu mir sagen. Ich werde also mehrere Tage in der Höhe von mindestens 2500 üNN sein. Ob das meiner ohnehin desolaten Sauerstoffsättigung so gut tut, kann ich jetzt nicht sagen, aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es nicht rausfinden können. Ich bin zuversichtlich, weil ich immer positiv denke und dieser Weg zum Gardasee ist eigentlich nur positiv, weil ich mir damit einen Traum erfülle.

Eigentlich wollte ich mit einem T4 Bulli zum Gardasee, aber irgendwie habe ich in den letzten Jahren zu diesem Thema immer die falschen Entscheidungen getroffen. Nun wurde „Hugo“ mein Bulli nach Hildesheim verkauft, die Hoffnung ihn zurück zu bekommen ist auch gestorben, was blieb ist meine Sehnsucht nach Italien.

Also nicht mehr mit dem Auto! Über Wochen hinweg rückte Italien immer weiter von mir weg. Irgendwie sah ich keinen Ausweg und als Italien fast gänzlich im Nebel zu verschwinden drohte und damit auch ein Stück meiner Zukunft, als mich Zukunftsängste packen wollten, da kam mir der rettende Gedanke: „Wenn nicht mit Hugo, dass eben mit einem Pferd!“

Dieser Gedanke war vom ersten Augenblick so konkret, dass ich nicht einmal realisierte, das ich kein Pferd hatte!

Es gibt Momente in meinem Leben, da hab ich so bekloppte Ideen, das ich es teils selbst nicht glauben kann, dass ich genau das gerade denke.

Vielleicht sollte ich genau an dieser Stelle nun berichten, dass mein aktueller gesundheitlicher Zustand …………na sagen wir nicht gerade zu sportlichen Hochleistungen, wie z.B. einen Ritt über die Alpen, geeignet ist…..man könnte auch sagen, wenn man nicht mehr als 200m zu Fuß schafft…..sollte man besser die Beine und die Kraft eines Pferdes nutzen, um sich fortzubewegen….smile….oder?

Und genau, das werde ich tun! Ich werde die Kraft, Energie und die Beweglichkeit eines Pferdes nutzen, um diesen Weg zu bewältigen.

Es ist nur ein Weg von A nach B, sprich von Pullman City Bayern, Eging am See bis zum Gardasee. Ok ich teile die Bedenken meiner Kritiker, es liegen die Alpen dazwischen, ABER …es ist und bleibt nur ein Weg!

Um diesen Weg bewältigen zu können, brauche ich Hilfe, alleine schaffe ich es nicht und wieder vertraue ich auf Menschen, die Pferde mögen, die Abenteuer toll finden, die meinen Mut bewundern, die sich Zeit für mich nehmen und mich ein Stück des Weges begleiten, mir eine Unterkunft geben, auf meinem Weg, die sich freuen mich kennenzulernen, die ich kennenlernen darf, ja die mich förmlich zum Gardasee tragen, mit ihrer Motivation, ihren Glauben, das man auch das Unmöglichste schaffen kann, wenn man es zusammen tut.

Ich glaube ganz fest daran, dass es genügend Menschen gibt,

die mir helfen werden, diesen Weg gehen zu können!

Winni 19.09.2021